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Journalismus.

Türkei: Istanbul

Am Scheideweg. Das «Ende der Geschichte» tritt an ihren Anfang

Dank des «Kultur-Stipendiums Armin Meienberg» des Vereins istanbuluzern arbeitete ich im Sommer 2017 während zehn Wochen in Istanbul. Mich interessierten die Spuren und Veränderungen nach Recep Tayyip Erdoğans Verfassungsreferendum in der türkischen Gesellschaft. Befindet sich das Land auf dem Weg in eine Diktatur?

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In Istanbul den Puls der Türkei fühlen: Die Stadt am Bosporus ist sozusagen die Halsschlagader des Landes. Eine säkulare, «verwestlichte» Türkei trifft in Istanbul auf eine Erdoğan-Türkei, in welcher der Gebetsruf des Muezzins noch etwas gilt und die Frauen Hijab tragen. Erdoğan wuchs als Strassenverkäufer auf den Plätzen und Gassen der Stadt auf. Im Jahr 1994 wurde er zu deren Oberbürgermeister gewählt. Die Penthouse-Türme und Bosporusbrücken der Stadt wuchsen in den Himmel. Man wähnte sich in einem orientalischen Märchen und dachte, die AKP bestünde – wenn nicht aus lauter Hipstern – doch zumindest aus Leuten, die wahabitisch verbrämte Ideologien abgelegt haben wie einen verschlissenen Mantel. Die Verheissung eines monetären Profits überwindet bekanntlich kulturelle Schranken und begünstigt Stimmen einer zufriedenen Wählerschaft.

Kosovo: 1999-2011

Aufbruch am Amselfeld

Im Juni 1999 reiste ich erstmals mit meinem Freund Qamil in seine Heimat Kosovo. Die letzten Zuckungen des Krieges erschütterten das Land. Die KFOR erzwang einen brüchigen Frieden. Ein grosser Teil der serbischen Bevölkerung und Romas verliess den Kosovo aus Angst vor Racheakten der Albaner, die Schreckliches erlebt hatten.

Verstrahlung: Messgeräte

Im Land der Strahlenmessgeräte

Nominiert für den «swiss photo award» – Immer die aktuelle Strahlung im Blick: Eine Beruhigungsmassnahme der japanischen Regierung.

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Wer durch die Präfektur Fukushima fährt, sieht gelegentlich weisse, rundliche Kästen oder metallene Tafeln an einer Strassenecke. Wie freundliche Roboter stehen sie in der Landschaft und verkünden Tag und Nacht in roter Leuchtschrift die aktuelle Strahlenbelastung in Mikrosievert pro Stunde (μSv/h). Diese sogenannten «monitoring posts» sind eine Beruhigungsmassnahme der Regierung: Der Mensch kann radioaktive Strahlung nicht wahrnehmen. Das erzeugt Ungewissheit und Angst. Das Problem: Die Standorte der Überwachungsstellen wurden vor dem Aufbau der Messgeräte aufwendig gereinigt. Das gilt auch für die Geräte in der zwangsevakuierten Zone von Iitate-Mura. Sie zeigen meistens viel tiefere Werte, als in der Umgebung mit mobilen Geräten gemessen werden. Die Bevölkerung wirft der Regierung vor, den Menschen eine zu tiefe Strahlenbelastung vorzugaukeln, damit diese schneller in die belasteten Gebiete zurückkehren respektive keine Entschädigungsansprüche stellen können. (Susan Boos, WOZ)

Verstrahlung: Fukushima

Ein Unfall ohne Ende

Ein Besuch im betroffenen Gebiet in der Präfektur Fukushima.

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Im März 2011 schmolzen im japanischen AKW Fukushima Daiichi drei Atomreaktoren durch. Grosse Gebiete wurden verseucht, Tausende von Menschen mussten zwangsevakuiert werden. Der Staat versucht nun, die verstrahlten Areale zu dekontaminieren. Ich besuchte die verstrahlten Gebiete zweimal mit der Kamera – 2012 und 2016. Webreportage: unfall-ohne-ende.ch

Verstrahlung: Tschernobyl

Verlorenes Land

Fast tausend Generationen müssen verstreichen, bis das Land um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl wieder besiedelt werden darf. Ein Augenschein vor Ort.

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24 000 Jahre. So lange wird die 30-Kilometer-Zone um das havarierte Lenin-Atomkraftwerk Tschernobyl wegen der radioaktiven Kontamination nicht mehr bewohnbar sein. Pripjat wurde zur Geisterstadt, das Riesenrad mit seinen gelben Gondeln zum makaberen Wahrzeichen. Ein Augenschein in der Ukraine, zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl.

Kosovo: Vlora

weiterleben

Am 30. April 1999 halten sich die meisten Einwohnerinnen und Einwohner des Bauerndorfes Llashticës im südöstlichen Kosovo in den Wäldern versteckt. Serbische Truppen, begleitet von marodierenden Paramilitärs, treiben die verbliebenen Menschen zusammen und pferchen sie ins Wohnzimmer der Familie Shabani. Augenblicke später beginnen sie mit der Hinrichtung.

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"Albaner und Serben werden nie mehr eine gemeinsame Sprache finden", sagte Vlora Shabani, damals 20 Jahre alt, aus Llasticë, Kosovo. Acht Jahre sind vergangen seit dem Krieg, acht Jahre seit jenem Nachmittag, als marodierende Serben Vloras Mutter, den Vater, den Grossvater, den kleinen Bruder und zehn weitere Dorfbewohner vor ihren Augen mit Kopfschüssen hingerichtet haben. Über Jahre haben die Erinnerungen an all das Schreckliche Vloras Leben bestimmt. Jetzt hat sie genug. Sie wagt es wieder zu träumen: von einem ganz normalen Leben. Ich habe Vlora Shabani kurz nach dem Massaker kennen gelernt und begleitet sie seither mit der Kamera. Aus dem verstörten 12-jährigen Mädchen ist inzwischen eine junge Frau und Mutter geworden, die versucht, ein schmerzvolles Kapitel ihres Lebens hinter sich zu lassen. Neben den Fotos entstand das Audiovisual "Weiterleben".

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